Afrika-Cup Wetten in der Schweiz: was eine Quote kostet und wer sie anbieten darf

Updated Oktober 2026
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Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup wetten will, hat keine breite Auswahl an Buchmachern – sondern genau zwei bewilligte Veranstalter. Afrika-Cup Wetten folgen in der Schweiz klaren Regeln: Mit Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport) sind nur zwei bewilligte Veranstalter auf dem Markt, die ihren Kunden feste Rahmenbedingungen bieten – von der Quote über die Gewinnmarge bis zur Verlustlimite. Der Afrika-Cup 2025 ist gespielt, der nächste Afrika-Cup 2027 steht an.

Ein ausgetrockneter Fussballplatz mit Rasenstreifen im warmen Nachmittagslicht, im Hintergrund Palmen und ein flaches Stadiondach.
Der Afrika-Cup 2027 soll vom 19. Juni bis zum 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda stattfinden.

Stand: 20 Oktober 2026 · Geprüft gegen die Bewilligungsregister der Gespa und die Spielregeln von Sporttip (Version 4.2).

Inhaltsverzeichnis
  1. Spielplan und Ausgaben: was beim Afrika-Cup 2027 auf den Wettschein kommt
  2. Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup wetten darf
  3. Schutzmechanismen für Wettende in der Schweiz
  4. Wie eine Quote entsteht und was die Marge kostet
  5. Vergleich der zehn Anbieter
  6. Swisslos Sporttip
  7. Loterie Romande Jouez Sport
  8. Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet, WirWetten
  9. Wer das Wettangebot macht und was übrig bleibt
  10. Häufige Fragen

Spielplan und Ausgaben: was beim Afrika-Cup 2027 auf den Wettschein kommt

Turnierformat und Rahmendaten

Der Afrika-Cup wird von der Confederation of African Football (CAF) organisiert und seit 1957 ausgetragen. Rekordsieger ist Ägypten mit sieben Titeln, Rekordtorschütze Samuel Eto’o mit 18 Toren. Seit der Ausgabe 2019 spielen 24 Mannschaften mit; nach 2027 soll das Turnier nur noch alle vier Jahre stattfinden, vorher im Zweijahresrhythmus mit Austragungen Anfang Jahr oder im Sommer.

Ein Fussball liegt auf rotbraunem Sand am Rand eines Dorfes, die Abendsonne wirft lange Schatten.
Der Afrika-Cup 2025 fand vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen statt.

Die letzte Endrunde, Afrika-Cup 2025, lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko mit 24 Nationen. Sie war vom Sommer 2025 auf den Jahreswechsel verschoben worden, weil die FIFA-Klub-Weltmeisterschaft 2025 im Juni und Juli gespielt wurde und ein zweiter kontinentaler Grossanlass parallel nicht in den Kalender passte. Sechs Vierergruppen bildeten die Gruppenphase; die beiden Gruppenersten und die vier besten Gruppendritten stiegen auf, danach griff ein K.-o.-System mit Verlängerung und Elfmeterschiessen bei Gleichstand.

Die nächste Ausgabe, Afrika-Cup 2027, ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda angesetzt. 54 Mannschaften haben sich für die Qualifikation gemeldet. Wer seine Wetten auf das Turnier plant, behält diese Eckdaten im Kopf: Gruppenphase zunächst, Viertelfinals, Halbfinals und das Endspiel am 17. Juli 2027 in einem der drei ostafrikanischen Gastgeberländer.

Wie der Spielplan die Wettmärkte formt

Die Gruppe zuerst: Sechs Vierergruppen bedeuten 24 Vorrundenspiele, sechs Partien je Spieltag. Siegerwetten auf Gruppensieger und Gruppenspiele, Über/Unter-Tore, Handicap und Kombinationen sind ab dem Anpfiff des ersten Spiels im Programm.

Ein Bergpass in den Schweizer Alpen mit leerer Strasse und Schneeresten am Rand im ersten Frühlicht.
Im Finale des Afrika-Cups 2025 am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Gastgeber Marokko 1:0 nach Verlängerung.

Ab dem Achtelfinale: Die vier besten Dritten steigen mit auf, der K.-o.-Baum wird grösser. Wer auf «zieht die Mannschaft ins Halbfinale ein» oder «erreicht das Finale» setzt, braucht eine Langzeitwette, die meist vor oder zu Beginn des Turniers platziert wird; Sporttip nimmt solche Wetten vor und während des Turniers an, muss aber Cash-Out nicht für jeden Markt garantieren.

Die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst 90 Minuten plus Nachspielzeit; Verlängerung und Elfmeterschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder die Wette ausdrücklich darauf abzielt. Beim Afrika-Cup mit häufigen Entscheidungen in der Verlängerung entscheidet genau diese Klausel darüber, ob ein 1:0 in der 120. Minute zur Wette zählt oder erst das Penaltyschiessen.

Der Ausgang des Afrika-Cups 2025 als Datenpunkt

Im Finale am 18. Januar 2026 gewann Senegal gegen Marokko 1:0 nach Verlängerung; Torschützenkönig wurde Brahim Díaz (Marokko) mit fünf Treffern, das Spiel um Platz drei entschied Nigeria im Elfmeterschiessen gegen Ägypten mit 4:2. Zwei Monate später wertete die CAF das Endspiel mit 3:0 für Marokko, weil Senegals Spieler nach einem umstrittenen Elfmeterpfiff in der Nachspielzeit den Platz vorübergehend verlassen hatten; der senegalesische Verband kündigte Berufung beim CAS an. Wer diese Datenpunkte für künftige Wetten nutzt, sollte sich bewusst sein, dass das Resultat im März 2026 noch nicht rechtskräftig war und die Quoten auf solche Wendungen reagieren.

Wer in der Schweiz auf den Afrika-Cup wetten darf

Die zwei bewilligten Veranstalter

Schweizer Recht kennt keine breite Buchmacher-Landschaft. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e), und die Interkantonale Vereinbarung hat die Veranstalter auf zwei begrenzt. Die Aufsicht führt die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern); das Geldspielkonkordat ist seit dem 1. Januar 2021 in Kraft. Wer in der Schweiz Sportwetten anbietet, braucht eine Veranstalterbewilligung und pro Spiel eine Spielbewilligung (Art. 21–25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS).

Swisslos (Sporttip) ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel und organisiert Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020). Sporttip deckt die Deutschschweizer Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH ab, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Loterie Romande (Jouez Sport) bedient die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS mit Sitz in Lausanne (Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne), 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Wer wettet, braucht ein online geführtes Spielerkonto – die Registrierung ist erst ab 18 Jahren, mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im Vertragsgebiet und ohne bestehende Spielsperre möglich; jede Person darf sich nur einmal registrieren, die Identität wird über den hochgeladenen Ausweis gegen Adressdatenbanken geprüft.

Was die Bewilligung kostet – und was sie bringt

Die Konzession ist nicht zum Nulltarif zu haben. Swisslos hat für 2025 CHF 562 Mio. Reingewinn ausgeschüttet: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz (Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe). Aus den Sportwetten allein stammten 2025 CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.) – der Sportwettenmarkt in der Schweiz macht also einen Bruchteil des gesamten Geldspielmarkts aus, ist aber reguliert. Wer bei einem bewilligten Veranstalter wettet, finanziert mit seinem Einsatz indirekt diese Ausschüttung; wer den Anteil am Einsatz sucht, der tatsächlich wieder ausgeschüttet wird, muss die Auszahlungsquote vergleichen.

Die zwei Veranstalter sind kein Wettbewerb im eigentlichen Sinn: Sie decken ihre Kantonsgebiete exklusiv ab, ein Deutschschweizer kann kein Konto bei Jouez Sport führen und umgekehrt. Inhaltlich unterscheiden sie sich aber im Angebot und in den Regeln – vor allem bei Limits, Cash-Out und Livewetten.

Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung

Neben den zwei bewilligten Veranstaltern existieren zahlreiche ausländische Buchmacher, die in der Schweiz Fussballwetten anbieten – Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet und WirWetten sind Beispiele. Eine ausländische Lizenz (Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land) hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS); das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet wird, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS).

Für Schweizer Spieler bedeutet das: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Rekursmöglichkeit bei Streit, ausländische Gewinne nach kantonalem Recht steuerpflichtig. Die Gespa führt eine Sperrliste blockierter ausländischer Domains (Art. 86–93 BGS), die Schweizer Internetanbieter per DNS-Sperre umsetzen – Ende 2025 standen 671 Domains auf der Liste, blockierte Domains werden unter neuen Adressen schnell ersetzt. Die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele blockierter Anbieter, bet365 steht ebenfalls auf der Liste.

Die Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet (Art. 131 BGS). Wer in der Schweiz auf eine Werbung für einen ausländischen Buchmacher stösst, sieht einen Verstoss, kein Angebot.

Schutzmechanismen für Wettende in der Schweiz

Verlustlimiten und ihre Wirkung

Wer bei Sporttip mitspielen will, muss vor der ersten Wettabgabe Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen – die Obergrenze liegt bei CHF 9’999, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite greift sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Das Gesetz verlangt vom Veranstalter, dass er überhaupt eine oder mehrere Tages-, Wochen- oder Monatslimits für Einsatz oder Verlust verlangt (Art. 87 VGS); die konkreten Werte sind Vertragsbedingungen, kein Gesetz.

Diese Limite sind kein Selbstschutz im Sinn eines Werbe­versprechens, sondern eine harte Sperre: Eine Erhöhung verzögert sich absichtlich um drei Tage, damit ein Gewinnrausch nicht in eine Verdoppelung des Limits mündet. Wer ernsthaft mit grösseren Einsätzen plant, muss diese Sperre in Kauf nehmen.

Spielsperre und Sperrregister

Eine Spielsperre kann bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden – ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen (Art. 80–82 BGS) und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Sie greift damit über den eigenen Anbieter hinaus.

Freiwillig vom Spieler gesetzte Sperren können frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS); eine Fachstelle muss einbezogen werden (Art. 81 BGS). Ein selbst gewählter Pause bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Wer gesperrt ist, hat keinen Anspruch auf Einsatz oder Gewinn (Art. 45 BGS).

Testkäufe und Realität am Verkaufspunkt

Die Gespa hat 2025 an Verkaufsstellen Testkäufe durchgeführt: Bei 200 Versuchen wurde in 47,5 % der Fälle eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist kein Angriff auf die Online-Registrierung – dort ist die Altersprüfung Teil der Kontoeröffnung mit Ausweis-Upload und Datenbankabgleich –, sondern ein Hinweis auf die Lücke am physischen Verkaufspunkt. Wer online wettet, fällt durch andere Kontrollen als der Kunde am Schalter.

Wie eine Quote entsteht und was die Marge kostet

Wettquoten beim Afrika-Cup: was sie abbilden

Eine Wettquote bildet zwei Dinge ab: die Einschätzung der Wahrscheinlichkeit und die Marge, die der Veranstalter einbehält. Eine Quote von 2.10 auf einen Sieg bedeutet rechnerisch eine implizite Sieg-Wahrscheinlichkeit von knapp 48 %, eine Quote von 3.40 eine von etwa 29 %, eine Quote von 3.60 auf die dritte Mannschaft etwa 28 %. Zusammen ergeben die drei Quoten eines 1X2-Markts nie 100 %, sondern etwas mehr – der Überschuss ist die Marge.

Für ein illustratives Beispiel mit den Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 berechnet sich die Auszahlungsquote (auch «Quotenschlüssel» genannt) als 1 ÷ (1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60). Die Kehrwerte summieren sich zu rund 0’476 + 0’294 + 0’278 = rund 1’048; der Kehrwert dieser Summe liegt bei etwa 95,4 %. Wer bei einem solchen Markt wettet, bekommt im Schnitt also etwa 95,4 % aller Einsätze wieder ausgeschüttet – und der Veranstalter behält rund 4,6 % der Einsätze als Marge. Bei Sportwetten im Mittelfeld liegt eine solche Marge im üblichen Rahmen; bei Favoritenwetten oder Livewetten ist die Marge oft grösser.

Drei Annahmen, die eine Quote braucht

Eine Wettquote ist keine Prognose, sondern eine bewertete Erwartung. Sie setzt voraus, dass das Ereignis eingetreten ist (oder eintritt), bevor die Wette ausgewertet wird; sie setzt voraus, dass die Mannschaften auf dem Platz stehen, die im Wettprogramm stehen – nicht ein Ersatzteam; und sie setzt voraus, dass die Quote nicht nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert wurde. Sporttip wertet Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wurden, mit Quote 1.00 – der Einsatz wird zurückgegeben, der Gewinn fällt weg.

Wettarten, die der Afrika-Cup anbietet

Beim Afrika-Cup decken die zwei Schweizer Veranstalter das übliche Spektrum ab:

Sporttip wickelt voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung über die «Bet-Builder-Funktion» ab; kombiniert der Spieler sie irrtümlich ohne diese Funktion, kann Swisslos die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Boosts, Cash-Out und Gewinnmargen

Quotenboosts und Profitboosts gelten bei Sporttip nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; sie sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und im Einsatz und in der Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Der Sporttip-Kombiboost gilt online für Prematch-, Live- und Systemwetten mit mindestens vier Voraussagen und einer Mindestquote von 1.50 je Voraussage; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen.

Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live – aber nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung, nur online und ohne Garantie für jeden Markt. Der Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen späteren Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Eine ausgeführte Cash-Out-Wette lässt sich nicht rückgängig machen.

Gewinn aus einer Wette: was eingesetzt wird

Wer bei einer Quote von 2.50 einen Einsatz von CHF 20 setzt, erhält im Gewinnfall CHF 50 zurück – den Einsatz von CHF 20 zuzüglich Nettogewinn von CHF 30. Bei einer Kombiwette mit drei Voraussagen zu den Quoten 1.80, 2.20 und 1.95 wird die Gesamttquote zu 1.80 × 2.20 × 1.95 = 7’722; ein Einsatz von CHF 10 würde CHF 77.22 zurückzahlen, sofern alle drei Voraussagen eintreffen.

Die Marge des Markts schlägt sich auf jede einzelne Quote durch. Im Hintergrund kassiert der Veranstalter den Überschuss, der nicht an die Wettenden ausgezahlt wird; das ist sein Geschäftsmodell, nicht ein Fehler der Quote.

Vergleich der zehn Anbieter

Anbieter Bewilligung in der CH Veranstalter / Lizenzlage
Swisslos Sporttip Veranstalter- und Spielbewilligung SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie, Genossenschaft, Basel; Gespa-Aufsicht; Vertragsgebiet Deutschschweiz, Tessin, Liechtenstein
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalter- und Spielbewilligung Loterie Romande, Lausanne; Gespa-Aufsicht; Vertragsgebiet FR, GE, JU, NE, VD, VS
Bruce Bet keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
1xBet keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
Funbet keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
BetLabel keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
Gamdom keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
Pribet keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)
WirWetten keine Schweizer Bewilligung Lizenz laut eigenen Angaben nicht feststellbar; keine Geltung in der CH (Art. 4 BGS)

Die Tabelle spiegelt die Bewilligungslage wider, nicht das Werbeversprechen jedes Anbieters: Die zwei bewilligten Veranstalter sind die einzigen in der Schweiz zulässigen Anbieter; die acht ausländischen Marken stehen hier, weil Schweizer Spieler auf sie stossen – Werbung dafür ist verboten, die Bewertung gehört aber auf den Tisch, damit ein Vergleich nicht über die Lizenzfrage hinweggeht.

Swisslos Sporttip

Swisslos ist die Genossenschaft der Deutschschweizer Kantone mit Sitz in Basel, das Sportwettenprodukt heisst Sporttip und wird im Vertragsgebiet Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein angeboten. Wer ein Konto eröffnen will, braucht einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, ist volljährig und darf keine Spielsperre haben; die Identität wird über den hochgeladenen Ausweis gegen Adressdatenbanken geprüft. Der Mindesteinsatz pro Einzel- oder Kombinationswette beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz CHF 1’000, der Höchsteinsatz für eine Systemwette CHF 10’000 – Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Begründung anpassen, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Das Angebot für den Afrika-Cup folgt dem üblichen Sporttip-Programm: Siegerwetten, Spielausgangswetten, Über/Unter, Handicap, Kombinationen und Livewetten; Cash-Out gibt es online für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, aber nur als vollständiges Cash-Out und ohne Garantie pro Markt. Quotenboosts und Profitboosts gelten online nur für Prematch-Einzelwetten und sind pro Wettenden einmal nutzbar; bei Cash-Out verfällt der Boost. Der Kombiboost verlangt vier oder mehr Voraussagen mit Mindestquote 1.50 – 5 %, 20 %, 40 % oder 100 % Bonus auf den Nettogewinn, je nach Anzahl Voraussagen.

Wer Sporttip wählt, bekommt die Schweizer Bewilligung, einen Anschluss an die Spielsperre und die Möglichkeit, sich an die Verlustlimite zu halten; die Quoten sind ein Mittelfeld, das die Marge eingepreist hat, und Cash-Out ist nicht garantiert. Wer noch nie gewettet hat und nichts auf einer ausländischen Seite verlieren will, ist hier richtig – die Begrenzung auf CHF 1’000 pro Einzelwette ist keine kosmetische Zahl, sondern ein Hinweis, dass hohe Einsätze nicht das Modell dieses Veranstalters sind.

Loterie Romande Jouez Sport

Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone FR, GE, JU, NE, VD und VS und ist aus Lausanne operativ tätig mit 2’350 Verkaufsstellen und 221 Mitarbeitenden. Das Produkt folgt demselben Geldspielgesetz wie Sporttip: nur in der Schweiz zugelassene Sportarten und Wettarten, geschlossene Gespa-Liste, höhere Bewilligung für jede Spielform. Online-Konten gibt es für Bewohner der Westschweiz mit Schweizer Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt ab 18 Jahren.

Die konkreten Einsatzlimiten und Cash-Out-Bedingungen von Jouez Sport sind in den Spielregeln der Loterie Romande hinterlegt; sie folgen dem gesetzlichen Rahmen, der für die zwei Veranstalter identisch ist. Wo Sporttip und Jouez Sport im Detail voneinander abweichen, schlägt das vor allem beim Wettprogramm und bei den Livewetten-Quoten durch, weil jede Seite ihr eigenes Quoten-Team hat.

Wer in der Romandie wohnt, kommt an Jouez Sport nicht vorbei – und wer dort wettet, hat einen Schweizer Veranstalter vor sich, dessen Spielregeln die gleichen Schutzmechanismen wie in der Deutschschweiz mitbringen. Wer keinen Wohnsitz im Vertragsgebiet hat, kann kein Konto eröffnen: Diese Schranke trennt die zwei zugelassenen Anbieter sauber von jedem ausländischen Anbieter.

Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet, WirWetten

Diese acht Marken haben eines gemeinsam: keine Schweizer Bewilligung. Ausländische Lizenzen haben in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS), und die Gespa führt eine Sperrliste blockierter Domains, die Schweizer Internetanbieter per DNS umsetzen. Für Schweizer Spieler bedeutet das: kein Anschluss an das Schweizer Ausschlussregister, keine Schweizer Rekursmöglichkeit bei Streit, ausländische Gewinne behandelt das kantonale Steuerrecht unterschiedlich – die Steuerpraxis des Kantons Thurgau besteuert Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen ohne Freibetrag.

Die Anbieter werben aggressiv, oft mit Bonusangeboten, die im Schweizer Markt verboten sind (Art. 75 Abs. 2 BGS; Gratisspiele und Gratiswetten brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa – 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Werbung für nicht bewilligtes Glücksspiel ist in der Schweiz verboten und mit Busse bis CHF 500’000 bedroht. Es gibt keine Schweizer Aufsicht, keine Schweizer Spielsperre, die über einen Anbieter hinaus gilt, und kein Schweizer Recht, das bei unfairen Spielauswertungen schützt.

Wer auf einen dieser Anbieter setzt, spielt damit gegen das Schweizer Geldspielrecht – nicht im Sinn einer Spielsucht, sondern im Sinn einer fehlenden Aufsicht und einer fehlenden Durchsetzung im Konfliktfall. Das ist am Ende keine Geschmacksfrage, sondern eine über die Verfügbarkeit von Schutz und Rückgriff.

Wer das Wettangebot macht und was übrig bleibt

Die zwei bewilligten Veranstalter decken den Markt vollständig ab, weil das Gesetz sie als einzige zulässt. Diese Seite beschreibt die Spielfläche: Was Swisslos Sporttip und Loterie Romande Jouez Sport anbieten, was eine Quote in diesem Markt bedeutet und was die Marge von der Quote abzieht. Sie bewirbt keinen Anbieter, sondern liefert die Zahlen, die ein Leser braucht, um selber zu entscheiden, wo er wettet – und vor allem, ob er überhaupt wettet. Beim Afrika-Cup mit seinen klaren Vorrunden-Spielplänen und seinen K.-o.-Runden ist das einfach: Wer den Turniersieger sucht, schaut auf die Quote; wer den Gruppensieger will, schaut auf den Quotenunterschied zur Gesamtsiegerquote; wer das Halbfinale spielen will, prüft die Langzeitwette und die Cash-Out-Bedingungen, bevor das Turnier beginnt.

Häufige Fragen

Wer organisiert den Afrika-Cup, und wann findet die nächste Ausgabe statt?

Der Afrika-Cup wird von der CAF (Confederation of African Football) seit 1957 ausgetragen; Ägypten ist mit sieben Titeln Rekordsieger, Rekordtorschütze ist Samuel Eto’o mit 18 Toren. Die letzte Ausgabe lief vom 21. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 in Marokko, die nächste, Afrika-Cup 2027, ist für den 19. Juni bis 17. Juli 2027 in Kenia, Tansania und Uganda geplant. 54 Mannschaften haben sich für die Qualifikation gemeldet, das Turnier wird ab 2028 nur noch alle vier Jahre stattfinden.

Darf in der Schweiz auf den Afrika-Cup gewettet werden, und bei welchem Veranstalter?

Ja, aber nur bei Swisslos (Sporttip) und Loterie Romande (Jouez Sport). Die interkantonale Vereinbarung begrenzt die Zahl der Veranstalter auf diese beiden, jedes benötigt eine Veranstalter- und eine Spielbewilligung; die Aufsicht führt die Gespa in Bern. Ausländische Anbieter wie Bruce Bet, 1xBet, Funbet, Boomerang Bet, BetLabel, Gamdom, Pribet oder WirWetten haben keine Schweizer Bewilligung, ihre Lizenz gilt hier nicht (Art. 4 BGS), die Werbung für sie in der Schweiz ist verboten und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 geahndet.

Zählen Verlängerung und Elfmeterschiessen bei einer Wette auf den Spielausgang zur regulären Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Elfmeterschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder die Wette ausdrücklich darauf abzielt. Wer auf «Sieg nach 90 Minuten» setzt, wettet damit gegen einen möglichen Ausgang in der Verlängerung; wer auf den Sieger des Spiels wettet, meint den Ausgang inklusive Verlängerung und Penaltyschiessen, wenn das im Wettprogramm steht.

Wie berechnet sich der Gewinn aus Einsatz und Quote, und was ist die Marge?

Der Gewinn ergibt sich aus Einsatz × (Quote − 1). Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 20 und Quote 2.50 liegt der mögliche Nettogewinn bei CHF 30, die Rückzahlung insgesamt bei CHF 50. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen; eine Wette mit drei Voraussagen zu 1.80, 2.20 und 1.95 gibt eine Gesamttquote von 7’722. Die Marge ist der Überschuss, den der Veranstalter einbehält; für ein 1X2-Markt mit beispielhaften Quoten 2.10 / 3.40 / 3.60 ergibt sich rechnerisch eine Auszahlungsquote von rund 95,4 % und eine Marge von rund 4,6 % – also der Anteil der Einsätze, der im Schnitt nicht wieder ausgeschüttet wird.

Wie funktionieren die Verlustlimiten, und wie wird eine Spielsperre eingetragen?

Bei Sporttip müssen vor der ersten Wettabgabe Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, die Oberlimite CHF 9’999 und für unter 21-Jährige CHF 1’000. Eine Senkung der Limite tritt sofort in Kraft, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden; eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage ist zusätzlich möglich. Eine Spielsperre kann produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst gesetzt werden, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird schweizweit im Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein. Freiwillige Sperren können frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, eine Fachstelle ist einzubeziehen.

Ab welchem Betrag fällt auf Wettgewinne Verrechnungssteuer an, und was bedeutet «je nach Kanton»?

Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Gewinn einkommensteuerfrei – der Bundesfreibetrag beträgt ab dem 1. Januar 2026 CHF 1’071’000 (2025 waren es CHF 1’070’400), die kantonalen Freibeträge liegen teilweise darunter und sind «je nach Kanton» unterschiedlich. Über dem Freibetrag zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann. Bei ausländischen Anbietern kennt das Verrechnungssteuerrecht keinen Abzug; das kantonale Recht, etwa im Thurgau, behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen ohne Freibetrag. Bei einem typischen Wettgewinn unter dem Freibetrag fällt weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer an.

Verfasst vom Team von „Wettrechtschweiz”.

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