Quotenrechner Sportwetten 2026: Einsätze, Gewinne und Kombiquoten im Griff
Geprüft am 20 Oktober 2026 gegen die Spielregeln von Swisslos Sporttip und das Règlement Jouez Sport der Loterie Romande.

Wer eine Wette platziert, will vorher wissen, was sie im Gewinnfall auszahlt. Ein Quotenrechner macht aus Quote und Einsatz eine konkrete Zahl – und macht sichtbar, was die Quote über die Trefferchance und die Marge des Anbieters verrät. Das ist das Thema dieser Seite. Sie zeigt, wie der Reingewinn zustande kommt, wie sich Kombi- und Systemwetten aus den Einzelquoten zusammensetzen, wie Dezimal-, Bruch- und US-Quote zusammenhängen, und wo der Rechner an seine Grenzen stösst: an der eingegebenen Quote, an den Limits der Schweizer Veranstalter und an einer Verlustlimite, die nichts rechnet, sondern schützt.
In der Schweiz dürfen nur Swisslos mit Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport Sportwetten anbieten. Ein Quotenrechner rechnet auch Wetten durch, die diese beiden gar nicht im Programm haben; er ist ein mathematisches Werkzeug, keine Bewilligung. Der folgende Überblick zeigt sowohl die Berechnung, die für jeden Anbieter funktioniert, als auch den Schweizer Rahmen, der die zugänglichen Wettarten, die Einsatzlimiten und die Spielregeln vorgibt.
Inhaltsverzeichnis
- Die besten Quotenrechner für Sportwetten 2026
- Was ein Quotenrechner ist und was er rechnet
- Wie Quotenformate zusammenhängen
- Wettarten und ihre Berechnung
- Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
- Spielerschutz und Verantwortung
- Limits und Gewinne bei Sporttip und Jouez Sport
- Die Marge: Was ein Quotenrechner zeigt und was er verschweigt
- Beobachtungen und Hinweise für die Anwendung
- Häufig gestellte Fragen zum Quotenrechner für Sportwetten
Die besten Quotenrechner für Sportwetten 2026
Zehn Werkzeuge stehen auf dem Prüfstand: zwei Schweizer Veranstalter mit eigenen Wettscheinen, bei denen Quoten, Limits und Rechenweg in den eigenen Regeln stehen, sowie acht internationale Rechner ohne Schweizer Bewilligung, die Wetten durchrechnen, welche die Schweizer Veranstalter gar nicht anbieten. Die Tabelle sortiert sie nach Bewilligungsstand und Rechenleistung – von der vollen Schweizer Abdeckung bis zum ausländischen Rechner, der ein Programm bedient, das in der Schweiz nicht im Wettprogramm steht.

Überblick: Wettmärkte, Bewilligung und Rechenleistung
| Marke | Schweizer Bewilligung | Veranstalter / ausgewiesene Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Gespa, BGS (SR 935.51) – einer der zwei zugelassenen Veranstalter | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel; Produkt Sporttip |
| Loterie Romande Jouez Sport | Gespa, BGS (SR 935.51) – einer der zwei zugelassenen Veranstalter | Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande), Lausanne; Produkt Jouez Sport |
| 22Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| MyStake | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| Interwetten | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| IviBet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| bet365 | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| BC.Game | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | Lizenz laut Eigenangaben: nicht ausgewiesen |
Die Tabelle zeigt deutlich, wo die Trennlinie verläuft: oben die zwei Schweizer Veranstalter mit Gespa-Bewilligung, unten acht ausländische Marken, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deren Domains auf der Gespa-Sperrliste stehen können. Beide Gruppen rechnen Wetten durch; die Schweizer Seite ist die einzige mit einem rechtlich abgesicherten Anspruch auf Auszahlung und auf Eintragung im schweizweiten Ausschlussregister. Wer mit einem Rechner der zweiten Gruppe arbeitet, rechnet im Grunde mit einer Quote, die in der Schweiz gar nicht erhältlich ist – das Ergebnis ist mathematisch korrekt, das Wettereignis nicht platzierbar.
Was ein Quotenrechner leisten muss
Ein brauchbarer Rechner behandelt die drei Grundformen gleichermassen: Einzelwette, Kombiwette und Systemwette mit mehreren Wettreihen. Die Einzelwette ist die triviale Rechnung (Einsatz × Quote, Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1)), die Kombiwette multipliziert die Einzelquoten zur Gesamtquote, und die Systemwette setzt daraus mehrere Wettreihen zusammen, die einzeln ausgewertet werden. Wer nur eine Einzelwette durchrechnet, lässt das einfachste und das schwierigste aussen vor.
Darüber hinaus verlangt ein vollständiger Rechner vier Dinge: die Umrechnung zwischen Dezimal-, Bruch- und US-Quote, eine nachvollziehbare Auszahlungsquote (Quotenschlüssel) und Marge pro Markt, die Behandlung von Sonderfällen (abgesagte Ereignisse, Cash-Out, Boosts) und eine Anzeige der maximalen Auszahlung – bei Sporttip endet sie bei CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 10’000 pro Systemwette, bei Jouez Sport bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Diese Limits sind nicht im Rechner, sondern in den Spielregeln.
Wie die Rechner im Detail abschneiden
Swisslos Sporttip – Gespa-bewilligt, vollständig
Der Sporttip-Wettschein rechnet intern alles, was der Rechner braucht: Einsatz mal Quote für die Einzelwette, das Produkt der Einzelquoten für die Kombination, Wettreihen für die Systemwette. Wer bei Swisslos wettet, braucht keinen externen Rechner – die Anzeige auf dem Wettschein übernimmt das. Cash-Out ist verfügbar, aber nur als vollständiges Cash-Out, nur online, und nicht garantiert für jeden Markt; der Betrag liegt unter dem möglichen Endgewinn und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Das ist ein Rechner, der gleichzeitig ein Wettprogramm ist.
Für die Reingewinn-Berechnung gilt: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote (bei Kombinationen mal Gesamtquote), wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Das wirkt geringfügig, macht aber bei grossen Einsätzen den Unterschied zwischen 5 Rappen pro Wette und einem glatten Wert.
Loterie Romande Jouez Sport – Gespa-bewilligt, mit eigenen Mehrfach-Regeln
Jouez Sport arbeitet mit einer ähnlichen Mathematik, hat aber eigene Strukturen: Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Das ist nicht der Auszahlungs-, sondern der Quotenkorridor: Wer eine Quote unter 1.10 tippt, dessen Wette wird gar nicht angenommen; wer eine kombinierte Gesamtquote über 100’000 baut, ebenfalls nicht. Das schneidet die Extreme vom Hochleisten und vom Tiefkombinieren ab.
Online liegt der Mindesteinsatz bei CHF 2, in der Verkaufsstelle bei CHF 3 (für Multiples ebenfalls CHF 2). Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten: CHF 500; ein Multiples-Schein darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Das sind engere Limits als bei Sporttip, dafür liegt der maximale Gewinn mit CHF 300’000 pro Wette und CHF 1’000’000 pro Multiples höher. Wer mit kleinen Einsätzen spielt, findet bei Jouez Sport mehr Spielraum nach oben als bei Sporttip.
22Bet – ohne Schweizer Bewilligung
22Bet rechnet international: Einzel-, Kombi- und Systemwetten, dazu ein Wettkonfigurator für beliebige Märkte aus einem Programm, das in dieser Breite in der Schweiz gar nicht verfügbar ist. Schweizer Recht kennt diesen Anbieter nicht; eine Lizenz «laut Eigenangaben» wird im Schweizer Rahmen nicht ausgewiesen, der Anbieter hat keine Verbindung zum schweizweiten Ausschlussregister, und seine Domains können auf der Gespa-Sperrliste landen. Wer trotzdem damit rechnet, rechnet mit Quoten aus Wetten, die in der Schweiz nicht platzierbar sind. Der Rechner hilft beim Verständnis der Quote, nicht beim legalen Abschluss.
MyStake – ohne Schweizer Bewilligung
MyStake verfolgt dasselbe Muster wie 22Bet: ein internationaler Rechner, der Märkte kombiniert, die bei Sporttip und Jouez Sport nicht im Wettprogramm stehen. Für die reine Mathematik ist das ein vollständiges Werkzeug – Einzel-, Kombi- und Systemwetten, oft auch ein Rechner für Gratiswetten, bei dem das Freebet-Modell mit seinem nicht zurückgezahlten Einsatz berücksichtigt wird. Im Schweizer Kontext gilt: keine Bewilligung, kein Ausschlussregister, keine Sperre im Inland über die Gespa-Sperrliste hinaus, und kein Anspruch auf Schweizer Spielerschutz.
Interwetten – ohne Schweizer Bewilligung
Interwetten ist seit Jahren im Gespräch, wenn es um Schweizer DNS-Blockaden geht; die Gespa nennt Interwetten als Beispiel für «Domain-Hopping» – einen Anbieter, dessen gesperrte Domains innerhalb von Stunden durch neue ersetzt werden. Der Rechner selbst arbeitet solide für europäische Fussballmärkte und Standard-Kombiwetten. Im Schweizer Rechtsrahmen hat die Marke keinen Stand; eine Lizenz wird im Inland nicht anerkannt (Art. 4 BGS). Wer mit Interwetten rechnet, rechnet korrekt – kann aber in der Schweiz nicht bei Interwetten wetten.
IviBet – ohne Schweizer Bewilligung
IviBet bedient ein ähnliches Spektrum wie 22Bet und MyStake: ein breites internationales Wettprogramm mit einem Konfigurator, der Kombinationen aus mehreren Märkten desselben Spiels baut. Der Rechner rechnet sauber, der Anbieter unterliegt keiner Schweizer Aufsicht. Schweizer Spielerinnen und Spieler, die mit diesem Werkzeug eine Kombi- oder Systemwette durchrechnen, rechnen mit Quoten, die sie in der Schweiz nicht setzen können.
bet365 – ohne Schweizer Bewilligung
bet365 ist einer der grössten internationalen Anbieter, mit einem vollständigen Rechner für Live- und Prematch-Wetten, Kombiwetten und die hauseigene «Bet Builder»-Funktion. Schweizer Recht kennt den Anbieter nicht; die Gespa nennt bet365 ausdrücklich als Beispiel für eine Domain, die auf der Sperrliste steht. Der Rechner selbst gehört zu den ausgereiftesten im internationalen Vergleich. Für Schweizerinnen und Schweizer ist er als Rechner brauchbar, als Wettanbieter nicht erreichbar.
BC.Game – ohne Schweizer Bewilligung
BC.Game sitzt im internationalen Krypto-Wettsegment und akzeptiert Ein- und Auszahlungen in Kryptowährungen. Das ist im Schweizer Recht ein zweifaches Problem: Eine Auszahlung auf eine Zahlungsmethode, die nicht auf den Namen des Spielkontos lautet, ist nach Art. 50 Abs. 2 VGS nicht möglich, und Schweizer Bewilligungen kennen keine anonymen Auszahlungen. Der Rechner ist mathematisch ein vollständiges Werkzeug; im Schweizer Rahmen ist er nicht einsetzbar.
Bruce Bet – ohne Schweizer Bewilligung
Bruce Bet arbeitet mit klassischen Sportmärkten und einem Standard-Rechner für Einzel-, Kombi- und Systemwetten. Eine Schweizer Lizenz wird im Inland nicht anerkannt (Art. 4 BGS). Der Anbieter hat keinen Zugang zum schweizweiten Ausschlussregister und keine Schweizer Aufsicht. Wer mit Bruce Bet rechnet, bekommt ein mathematisch sauberes Ergebnis – und eine Wette, die in der Schweiz nicht platzierbar ist.
GG.BET – ohne Schweizer Bewilligung
GG.BET ist auf den Esports-Bereich spezialisiert; das ist im Schweizer Recht besonders heikel, weil Esports nicht in der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten und Wettarten auftaucht. Wer mit GG.BET rechnet, rechnet Wetten durch, die in der Schweiz formal nicht erlaubt sind. Mathematisch korrekt, rechtlich nicht platzierbar.
Was ein Quotenrechner ist und was er rechnet
Ein Quotenrechner ist im Kern eine Formel, kein Programm. Die Grundformel für eine Einzelwette mit fester Quote lautet Reingewinn = Einsatz × (Quote − 1). Der Bruttoertrag ist Einsatz mal Quote; der Reingewinn ist der Bruttoertrag minus Einsatz. Eine Wette zu 2.10 mit Einsatz CHF 50 bringt damit einen Bruttoertrag von CHF 105 und einen Reingewinn von CHF 55. Wer das in einem Rechner eintippt, sollte diese Zahl sehen.
Was ein Rechner nicht rechnet, ist die Trefferchance. Eine Quote von 2.10 sagt aus, dass der Buchmacher dem Ereignis eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 47.6 % beimisst – das ist 1 ÷ 2.10, nicht die tatsächliche Wahrscheinlichkeit, dass das Ereignis eintritt. Der Buchmacher rechnet eine Marge ein, die je nach Markt und Anbieter zwischen 2 % und 10 % liegt. Wer die Trefferchance exakt wissen will, muss die Quote gegen das tatsächliche Geschehen kalibrieren – das leistet kein Rechner.
Grundlagen: Quote, Auszahlungsquote, Marge
Die Auszahlungsquote (auch Quotenschlüssel) ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt langfristig an die Wettenden zurückgibt. Bei einem Zwei-Wege-Markt mit fairen Quoten 2.00 / 2.00 wäre die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/2.00 + 1/2.00) = 100 %. Sobald der Buchmacher eine Marge eingreift, sinkt die Auszahlungsquote: bei Quoten 1.90 / 1.90 ist die Auszahlungsquote 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 95.0 %, die Marge entsprechend 5.0 %. Das ist die Standardrechnung für einen Zwei-Wege-Markt.

Bei Drei-Wege-Märkten wie dem Fussball-1X2 wird die Formel um eine dritte Quote erweitert: Auszahlungsquote = 1 ÷ (1/Quote₁ + 1/Quote₂ + 1/Quote₃). Die Marge eines typischen Fussball-1X2-Marktes liegt zwischen 4 % und 8 %, je nach Anbieter und Spiel. Wer wissen will, was die eigene Wette langfristig kostet, multipliziert die Marge mit dem Umsatz, den die Wette verlangt – ein Bonus etwa verlangt oft ein Mehrfaches des Bonus als Umsatz, und die Marge knabbert an jedem Franken Einsatz.
Beispielrechnung: Zwei-Wege-Markt mit 5 % Marge
Zur Veranschaulichung: Ein Zwei-Wege-Markt mit Quoten 1.90 / 1.90 hat eine Auszahlungsquote von rund 95.0 % und damit eine Marge von etwa 5.0 %. Das heisst: Von jedem CHF 100, die auf diesen Markt gesetzt werden, wandert rund CHF 5 in die Marge, CHF 95 werden langfristig an die Wettenden ausgeschüttet. Ein Rechner, der die Marge ausweist, zeigt diese beiden Werte. Die Spanne, die in der Praxis auf Zwei-Wege-Märkten verschiedener Anbieter zu erwarten ist, liegt grob zwischen 2 % und 8 % Marge – darüber beginnen die schlechteren Märkte, darunter die aggressivsten.
Wie Quotenformate zusammenhängen
Drei Formate sind im Umlauf: die Dezimalquote, die Bruchquote und die US-Quote. Sie sagen alle dasselbe, nur anders. Eine Dezimalquote von 5.50 entspricht bei einem Einsatz von 1 Euro einer Auszahlung von 5.50 Euro und einem Reingewinn von 4.50 Euro; dieselbe Quote lautet als Bruchquote 9/2 und als US-Quote +450. Eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250; bei der US-Quote bedeutet −250, dass 250 Dollar gesetzt werden müssen, um 100 Dollar Gewinn zu erzielen.
Die Umrechnung zwischen den Formaten ist reine Mathematik:
- Dezimal in Bruch: Dezimalquote − 1 als Bruch, kürzen. Aus 1.40 wird 0.40, also 40/100, gekürzt 2/5.
- Dezimal in US: Bei Dezimal ≥ 2.00 ist die US-Quote (Dezimal − 1) × 100, gerundet; bei Dezimal < 2.00 ist sie −100 ÷ (Dezimal − 1), gerundet. Aus 5.50 wird +450, aus 1.40 wird −250.
- Bruch in Dezimal: (Zähler ÷ Nenner) + 1. Aus 9/2 wird 4.5 + 1 = 5.50.
- US in Dezimal: Bei US ≥ +100 ist (US ÷ 100) + 1; bei US ≤ −100 ist (100 ÷ |US|) + 1. Aus +450 wird 4.5 + 1 = 5.50, aus −250 wird (100 ÷ 250) + 1 = 1.40.
Schweizer Buchmacher arbeiten durchgehend mit Dezimalquoten; ein Quotenrechner muss also mindestens dieses Format nativ verarbeiten. Wer aus einem englischsprachigen Forum eine Bruch- oder US-Quote übernimmt, muss umrechnen, sonst landen falsche Zahlen im Wettschein.
Wann welches Format sinnvoll ist
Das Dezimalformat eignet sich am besten für die direkte Reingewinn-Berechnung: Reingewinn = Einsatz × (Dezimalquote − 1), Punkt. Das Bruchformat zeigt das Verhältnis von Gewinn zu Einsatz; wer mit Bruchquoten arbeitet, sieht sofort, dass 9/2 ein höheres Risiko ist als 2/5. Die US-Quote zentriert sich um 100: positive Quoten bedeuten, dass ein Einsatz von 100 Dollar diesen Gewinn bringt; negative Quoten bedeuten, dass dieser Einsatz nötig ist, um 100 Dollar Gewinn zu erzielen. Für die Schweizer Praxis ist die Dezimalquote die Arbeitswährung.
Wettarten und ihre Berechnung
Drei Grundformen prägen den Wettalltag: die Einzelwette, die Kombiwette und die Systemwette. Sie unterscheiden sich in der Berechnung – und darin, was sie an Trefferchance kosten.
Einzelwette
Eine Einzelwette setzt auf ein einzelnes Ereignis. Der Reingewinn ist Einsatz × (Quote − 1); der Bruttoertrag ist Einsatz × Quote. Das ist die einfachste Rechnung. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000. Bei Jouez Sport liegt der Online-Mindesteinsatz bei CHF 2, der Höchsteinsatz bei CHF 500. Wer unter den Mindesteinsatz geht, dessen Wette wird nicht angenommen; wer über den Höchsteinsatz geht, ebenfalls nicht.
Ein Sonderfall sind abgesagte Ereignisse: Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette bei Sporttip ungültig – Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Das ist die «Push»-Regel: ein abgesagtes Ereignis neutralisiert sich aus der Kombination.
Kombiwette
Bei einer Kombinationswette werden die Einzelquoten multipliziert; der Einsatz gilt für die gesamte Wette, und gewonnen ist sie nur, wenn jedes einzelne Ereignis richtig getippt wurde. Das Beispiel: Drei Voraussagen mit Quoten 2.10, 1.80 und 3.20 ergeben eine Gesamtquote von 2.10 × 1.80 × 3.20 = 12’096, also rund 12.10. Ein Einsatz von CHF 10 bringt einen Bruttoertrag von CHF 121 und einen Reingewinn von CHF 111.
Warum die Trefferchance sinkt: Angenommen, jede Voraussage hat eine faire Trefferwahrscheinlichkeit von 50 % (Quote 2.00 fair), dann ist die faire Trefferchance der Dreier-Kombi 0.5³ = 12.5 %. Mit jeder weiteren Voraussage halbiert sich die faire Trefferchance ungefähr – bei fünf Voraussagen sind es noch 3.125 %, bei acht Voraussagen 0.39 %. Die Gesamtquote wächst schnell, aber die Trefferchance schrumpft schneller. Das ist der harte Kern jeder Kombiwette: Wer sie rechnet, sollte den Logarithmus mitrechnen.
Der Sporttip-Kombiboost mildert das ein Stück weit ab: Er gilt online (Prematch, Live, Systemwetten) und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen. Das heisst: Wer fünfzehn Voraussagen à 1.50 trifft, bekommt den Nettogewinn verdoppelt. Die Wahrscheinlichkeit, fünfzehn Voraussagen mit Quote ≥ 1.50 zu treffen, ist allerdings verschwindend gering – der Boost ist real, die Auszahlung bleibt ein seltenes Ereignis.
Bei Sporttip gilt zusätzlich: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer «beide Teams treffen» und «über 2.5 Tore» auf dasselbe Spiel setzen will, muss den Bet-Builder-Funktion benutzen.
Systemwette
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede dabei entstehende Kombination heisst Wettreihe. Die Rechnung ist nicht trivial, weil eine Systemwette aus mehreren Wettreihen besteht, die einzeln ausgewertet werden.
Ein Beispiel: Eine «2 aus 3»-Systemwette besteht aus drei Wettreihen mit jeweils zwei Voraussagen aus dreiwählenden Wettereignissen. Bei drei Voraussagen mit Quoten 2.10, 1.80 und 3.20 sind die drei Wettreihen:
- Voraussagen 1 und 2: Gesamtquote 2.10 × 1.80 = 3.78
- Voraussagen 1 und 3: Gesamtquote 2.10 × 3.20 = 6.72
- Voraussagen 2 und 3: Gesamtquote 1.80 × 3.20 = 5.76
Eine gewettete oder stornierte Voraussage wird mit Quote 1.00 gewertet, das heisst die Wettreihe mit dieser Voraussage fällt auf die verbleibenden Voraussagen zurück. Der Einsatz wird auf die Wettreihen aufgeteilt – bei einem Gesamteinsatz von CHF 30 auf eine «2 aus 3»-Systemwette sind das CHF 10 pro Wettreihe.
Eine Trixie ist ein Vier-Wettreihen-System auf drei Voraussagen: drei Wettreihen mit je zwei Voraussagen (genau die «2 aus 3») plus drei Einzelwetten auf jede Voraussage. Eine Yankee ist ein elf-Wettreihen-System auf vier Erstellen: sechs Wettreihen mit zwei Voraussagen, vier Wettreihen mit drei Voraussagen, eine Wettreihe mit vier Voraussagen. Eine Heinz ist ein 57-Wettreihen-System auf sechs Voraussagen: alle möglichen Kombinationen von zwei bis sechs Voraussagen. Eine Super-Heinz ist das entsprechende System auf sieben Voraussagen mit 120 Greifen. Eine Goliath ist ein 247-Wettreihen-System auf acht Voraussagen.
Bei Sporttip liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000, also deutlich höher als für Einzel- und Kombiwetten. Das hat einen Grund: Eine Systemwette enthält viele Wettreihen, und der Gesamteinsatz pro Wettreihe wird entsprechend kleiner. Wer mit Systemwette spielt, verteilt das Risiko auf mehr Reihen und nimmt dafür kleinere Einzelgewinne in Kauf.
Rechtlicher Rahmen in der Schweiz
Die Schweiz hat seit dem 1. Januar 2019 ein Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51), das online und offline dasselbe Regime anwendet. Sportwetten sind darin als Grossspiel eingeordnet (Art. 3 lit. c und e BGS) und unterliegen der Aufsicht durch die Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) – nicht durch die ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt.
Eine Bewilligung braucht beides: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung (Art. 21-25 BGS); die Bewilligung gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei beschränkt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip, und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt; die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der gesperrten ausländischen Domains.
Die beiden Veranstalter bedienen getrennte Gebiete: Swisslos für die Deutschschweizer Kantone, das Tessin und Liechtenstein; die Loterie Romande für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto bei einem der beiden ist nur für Personen mit Wohnsitz oder gewöhnlichem Aufenthalt im jeweiligen Vertragsgebiet möglich; bei Sporttip zudem nur in den genannten Kantonen und in Liechtenstein. Wer umzieht, verliert den Zugang zum bisherigen Anbieter und muss beim anderen ein neues Konto eröffnen – sofern der neue Wohnsitz im anderen Vertragsgebiet liegt.
Welche Wetten erlaubt sind
Erlaubt sind nur Wetten auf Sportereignisse; Wetten auf Wetter, Politik oder TV-Shows sind im Schweizer Recht nicht zugelassen. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden nur, wenn sie auf der Liste stehen; Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste die Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet, nie Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste zeigt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esports-Sektion. Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Live-Wetten sind erlaubt, Prematch und Live, sofern der Veranstalter eine entsprechende Bewilligung hat; das BGS enthält keine statutarische Einschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Anti-Late-Betting-Regel: Wer nach dem Tor setzt, wettet effektiv auf eine Quote-1.00-Wette, die nichts auszahlt.
Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt; es ist eine Eigenschaft des jeweiligen Anbieters. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Endgewinn, hängt vom Stand der Ereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Virtuelle Sportwetten: nicht etabliert – über ihre rechtliche Lage ist im Schweizer Rahmen nichts Eindeutiges geregelt. Esports: taucht nicht in der Gespa-Liste auf und ist damit formal nicht zugelassen.
Wer mitmachen darf und wer nicht
Sportwetten sind für Personen ab 18 Jahren (Gespa); Minderjährige sind online nicht zugelassen (Art. 72 BGS). Pro Person ist ein Konto mit verifizierter Identität möglich (Art. 47-52 VGS); die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Limits werden vom Spielenden gesetzt, nicht vom Staat: Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 24 Stunden gesetzlich – Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Bei Swisslos müssen vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden (Obergrenze CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000); eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Die Schweiz kennt keine statutarische fixe Einsatzobergrenze.
Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) erfasst verschuldete oder spielsüchtige Personen und Selbstsperrungen; sie wird in einem schweizweiten Register eingetragen und umfasst auch Online-Casinos sowie Liechtenstein. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf; eine unbefristete Spielsperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), mit Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Gesperrte oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS).
Zahlungen
Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Spielkonto-Inhabers ausbezahlt (Art. 50 Abs. 2 VGS) – anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren in der bewilligten Schweizer Wettlandschaft nicht; eine Kreditierung an Spielende ist unzulässig (Art. 75 Abs. 1 BGS). Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, ist seine eigene Sache und steht nur in seinen Bedingungen. Die Schweiz hat kein Zahlungs-Blockierwerkzeug gegen unbewilligte Wettseiten – Behauptungen, Banken oder Kartenanbieter würden solche Zahlungen blockieren, treffen nicht zu.
Steuern
Gewinne aus Schweizer bewilligten Grossspielen (die ESTV nennt ausdrücklich Sportwetten) sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert – die Bundesgrenze liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400); die kantonale Grenze ist unterschiedlich, also gilt «je nach Kanton». Über der Grenze zieht der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die durch Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgefordert werden kann. Eine typische Wettperson gewinnt weit darunter: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Gewinne aus ausländischen Anbietern unterliegen keiner Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Thurgaus behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als voll steuerbares Einkommen unabhängig von der Höhe. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf den Einsatz – das zu behaupten wäre schlicht falsch. Generell: «Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung fragen».
Werbung und Bonusbedingungen
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und nicht auf Minderjährige oder gesperrte Personen abzielen (Art. 74 BGS); Werbung für in der Schweiz nicht bewilligte Geldspiele ist verboten (Art. 74 Abs. 3 BGS) und wird mit einer Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Beschreiben, nicht bewerben. Gratiswetten oder Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos); Bonusbeträge und -bedingungen kommen nur aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Keine Tageszeit-Werbebeschränkung existiert. Kein Promo-Code wird hier gedruckt.
Offshore-Anbieter
Eine ausländische Lizenz (Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land) hat in der Schweiz keine Gültigkeit (Art. 4 BGS). Die Organisation von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat – bis zu 3 Jahre oder eine Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Die spielende Person wird nicht bestraft (BJ), aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Sperrung: Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekomanbieter über DNS sperren (Art. 86-93 BGS; erste Liste am 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025); gesperrte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt («Domain-Hopping» – die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home und nennt bet365 als auf der Liste). Ehrliche Einordnung: Offshore bedeutet keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Ausschlussregister, keinen Schweizer Rechtsschutz, ausländische Gewinne nach kantonalem Steuerrecht steuerbar; bewilligt bedeutet voller Schweizer Schutz, aber auch nur zwei Schweizer Anbieter, eine geschlossene Sport- und Wettartenliste, eine Wohnsitzpflicht und Verifikation. Keine der beiden Seiten ist «per se die sichere Wahl».
Spielerschutz und Verantwortung
Der Spielerschutz wirkt unabhängig von jeder Berechnung. Wer einen Reingewinn ausrechnet, rechnet einen möglichen Gewinn aus – nicht, ob der Einsatz ins Budget passt. In der Schweiz ist die Schutzarchitektur zweistufig: Auf gesetzlicher Ebene die Spielsperre mit Register, die Mindeststandards für Limits und das Verbot von Werbung an Minderjährige und Gesperrte; auf individueller Ebene die Verlust- und Einzahlungslimiten, die jede spielende Person selbst setzt.
Verlustlimiten
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; die Obergrenze liegt bei CHF 9’999 pro Tag, Woche oder Monat, für unter 21-Jährige bei CHF 1’000. Eine Senkung der Limite gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich kann eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage gesetzt werden. Diese Limite sind nicht der Staat, der die Wette verbietet; sie sind die Wettperson, die sich selbst bindet. Wer die Limite zu hoch setzt, hat sie trotzdem gesetzt – und muss sich beim nächsten Versuch, sie zu erhöhen, 72 Stunden gedulden.
Spielsperre und Ausschlussregister
Die Spielsperre (Art. 80-82 BGS) hat zwei Formen: die unfreiwillige Sperre bei Verschuldung oder Spielsucht, und die freiwillige Selbstsperre. Die Selbstsperre kann befristet (1 bis 180 Tage, ohne Aufhebung vor Fristablauf) oder unbefristet sein; die unbefristete Sperre wird in das schweizweite Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie in Liechtenstein. Eine selbstgewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Eine Aufhebung der freiwilligen Sperre ist erst nach drei Monaten möglich (Art. 84 VGS), unter Einbezug einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Gesperrte oder minderjährige Spielerinnen und Spieler haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS) – wer gesperrt ist und trotzdem wettet, verliert nicht nur die Wette, sondern auch die Auszahlung.
Verkaufsstellen und Online
Gespa-Testkäufe 2025 haben gezeigt: An Verkaufsstellen wurde in 47.5 % von 200 Versuchen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Das ist keine harmlose Randnotiz; das ist die halbe Teststichprobe. Wer behauptet, der Schweizer Verkaufspunktschutz sei streng, irrt. Online ist die Identitätsprüfung durch die Verifikation des Ausweises gegen Adressdatenbanken deutlich enger; aber Online heisst nicht «sicherer», sondern «strenger verifiziert». Die spielende Person trägt weiter Verantwortung für ihre eigenen Einsätze, online wie an der Verkaufsstelle.
Wenn der Rechner hilft und wenn er nicht hilft
Ein Quotenrechner zeigt mögliche Gewinne, aber nicht, ob der Einsatz zum Budget passt. Wer nach fünf verlorenen Wetten die sechste verdoppelt, um den Verlust zurückzuholen, hat den Rechner gegen sich verwendet; er hat das Risiko verdoppelt, ohne die Trefferchance zu verändern. Ein Quotenrechner ist ein Werkzeug für das Verständnis von Quote und Wahrscheinlichkeit; für den Schutz vor sich selbst ist er das falsche Werkzeug.
Limits und Gewinne bei Sporttip und Jouez Sport
Die Einsatzlimits sind in den Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter festgelegt; sie sind nicht Ergebnis einer Verhandlung, sondern statuarisch im Wettschein verankert. Wer einen Einsatz plant, sollte diese Limits kennen, bevor er rechnet – sonst rechnet er einen Einsatz, den der Anbieter gar nicht annimmt.
Sporttip
Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten: CHF 1. Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette: CHF 1’000. Höchsteinsatz für eine Systemwette: CHF 10’000. Swisslos kann die Limits jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über dem Limit wird nicht angenommen. Die Gesamtquote einer Kombiwette unterliegt keinen statutarischen Mindest- oder Höchstwerten; die Gesamtquote ergibt sich aus dem Produkt der Einzelquoten, die der Markt hergibt. Der Gewinn wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet.
Jouez Sport
Online-Mindesteinsatz: CHF 2. Mindesteinsatz in der Verkaufsstelle: CHF 3. Mindesteinsatz für Multiples: CHF 2. Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten: CHF 500. Ein Multiples-Schein darf höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette: CHF 300’000. Höchstgewinn für alle Gewinne eines Multiples zusammen: CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Der Vergleich der beiden zeigt zwei Profile: Sporttip hat einen niedrigeren Mindesteinsatz (CHF 1 gegenüber CHF 2) und einen deutlich höheren Höchsteinsatz pro Einzel-/Kombiwette (CHF 1’000 gegenüber CHF 500), dafür aber einen niedrigeren Maximalgewinn (in den Spielregeln nicht explizit ausgewiesen; eine vergleichbare Obergrenze ist nicht beziffert). Jouez Sport hat einen höheren Maximalgewinn (CHF 300’000 pro Einzel-/Kombiwette, CHF 1’000’000 pro Multiples) und einen höheren Multiples-Höchsteinsatz (CHF 7’500 gegenüber dem nicht direkt vergleichbaren Systemwetten-Höchsteinsatz bei Sporttip von CHF 10’000).
Worauf die Limits in der Praxis hinauslaufen
Wer mit kleinen Einsätzen spielt (CHF 1 bis CHF 5 pro Wette), findet bei beiden Anbietern Platz; wer mit mittleren Einsätzen spielt (CHF 10 bis CHF 100), ebenfalls. Wer mit grossen Einsätzen spielt (CHF 500 aufwärts pro Einzelwette), stösst bei Jouez Sport an die Obergrenze von CHF 500 und muss auf Sporttip oder auf eine Systemwette ausweichen. Wer mit sehr grossen Einsätzen spielt (CHF 10’000 aufwärts), kann bei Sporttip nur noch in einer Systemwette platzieren – und auch dort nur, weil die Systemwette einen höheren Höchsteinsatz hat.
Die Marge: Was ein Quotenrechner zeigt und was er verschweigt
Die Marge ist der Anteil, den der Buchmacher pro Markt langfristig behält. Sie ist im Quotenschlüssel versteckt: Auszahlungsquote = 1 / Summe (1 / Quoteᵢ). Die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote. Bei Quoten 1.90 / 1.90 ist die Auszahlungsquote 1 / (1/1.90 + 1/1.90) ≈ 95.0 %, die Marge entsprechend 5.0 %. Bei Quoten 1.85 / 1.85 ist die Auszahlungsquote 1 / (1/1.85 + 1/1.85) ≈ 92.5 %, die Marge 7.5 %. Bei Quoten 1.95 / 1.95 ist die Auszahlungsquote ≈ 97.5 %, die Marge 2.5 %.
Was die Marge konkret bedeutet: Von CHF 1’000 Einsatz auf einen Markt mit 5 % Marge werden langfristig CHF 50 in der Marge verschwinden und CHF 950 an die Wettenden ausgeschüttet – gleichmässig verteilt auf die, die richtig getippt haben. Wer seine Wette als «fast sicher» ansieht, weil die Quote 1.20 ist, hat die Marge übersehen: Eine faire Quote 1.20 hätte eine Auszahlungsquote von 100 %; eine tatsächliche Quote von 1.20 hat typischerweise eine implizite Wahrscheinlichkeit von 83.3 %, eine faire Trefferwahrscheinlichkeit von 83.3 %, und damit einen erwarteten Verlust von 16.6 % pro Wette.
Wie die Marge den Erwartungswert drückt
Der Erwartungswert einer Wette ist (Trefferwahrscheinlichkeit × Bruttoertrag) − Einsatz. Bei einer fairen Wette ist er null; bei einer Wette mit Marge ist er negativ. Für die Wettperson heisst das: Jede Wette kostet im Durchschnitt einen Bruchteil ihres Einsatzes – nicht als versteckte Gebühr, sondern als mathematische Konsequenz der Quote. Wer 100 Wetten zu 1.90 / 1.90 auf beiden Seiten platziert (was praktisch unsinnig ist, aber die Rechnung klar macht), verliert langfristig 5 % des Umsatzes, also CHF 5 pro CHF 100 Umsatz. Wer nur auf eine Seite setzt, verliert noch mehr, weil die implizite Wahrscheinlichkeit der Quote nicht der tatsächlichen Wahrscheinlichkeit des Ereignisses entspricht.
Warum ein Rechner die Marge anzeigen sollte
Ein vollständiger Rechner zeigt pro Markt die Auszahlungsquote und die Marge. Das ist die einzige Information, die es der Wettperson erlaubt, zwei Märkte zu vergleichen, ohne die Quoten mühsam umzurechnen. Wer nur den Bruttoertrag sieht, vergleicht Äpfel mit Birnen; wer die Marge sieht, vergleicht die Kosten. Für Schweizer Veranstalter ist die Marge nicht öffentlich ausgewiesen, sondern muss aus den angebotenen Quoten selbst berechnet werden – und genau hier leistet ein Rechner seinen eigentlichen Dienst.
Was die Marge über den Anbieter verrät
Die Marge eines Marktes ist ein Gradmesser für die Aggressivität des Anbieters. Eine Marge von 2 % auf einem Zwei-Wege-Markt ist aggressiv (der Anbieter verzichtet auf Marge, um Marktanteile zu gewinnen); eine Marge von 10 % ist defensiv (der Anbieter sichert seinen Ertrag). Für die Wettperson bedeutet eine aggressive Marge, dass mehr vom Einsatz zurückkommt – auf lange Sicht. Eine defensive Marge bedeutet, dass mehr in der Tasche des Anbieters bleibt. Die meisten Wettenden werden den Unterschied nicht bemerken, weil sie nur auf eine Seite des Marktes setzen und nicht den Gesamtmarkt betrachten.
Beobachtungen und Hinweise für die Anwendung
Ein Quotenrechner ist so gut wie die Quote, die eingegeben wird. Wer eine Quote 1.95 in den Rechner tippt und dann auf einem anderen Markt mit Quote 1.85 wettet, hat sich verrechnet – nicht der Rechner, sondern die Wettperson.
Rechner für die Planung, nicht für die Entscheidung
Ein Rechner hilft, vor der Wette zu wissen, was sie kostet und was sie maximal auszahlt. Er hilft nicht, vorherzusagen, ob die Quote angemessen ist – das ist eine eigene Analyse, die das tatsächliche Geschehen mit der impliziten Wahrscheinlichkeit der Quote vergleicht. Wer den Rechner für die Vorhersage benutzt, hat die Funktion verwechselt: Quote und Wahrscheinlichkeit sind nicht dasselbe.
Livewetten und die späte Wette
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Erreignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen (Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheidung) kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Das ist die Anti-Spike-Regel: Wer nach dem Tor wettet, hat keine Wette platziert. Ein Rechner kann diese Regelung nicht abbilden – er rechnet die Quote, die im Wettschein steht, nicht die Quote, die nachher gilt.
Cash-Out: Rechner ja, Versprechen nein
Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche Endgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann vom Veranstalter jederzeit geändert werden. Wer eine Wette platziert und den Cash-Out-Wert im Rechner nachvollziehen will, muss den Stand der Ereignisse kennen – und der steht im Wettschein, nicht im Rechner. Cash-Out ist eine Funktion des Wettprogramms, nicht des Rechners.
Wenn das Ereignis abgesagt wird
Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn (oder im Rahmen eines Turniers) nachgeholt, ist die Wette bei Sporttip ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00. Ein Rechner kann diese Regelung nicht antizipieren – er rechnet mit den eingegebenen Quoten, nicht mit den Ereignissen, die tatsächlich stattfinden. Wer eine Wette mit fünf Voraussagen rechnet und eine abgesagt wird, hat fünf gerechnete Quoten, aber nur vier gültige.
Boosts und ihre Grenzen
Der Sporttip-Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn Voraussagen. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz; beide sind pro Wettperson nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein Rechner rechnet den Boost mit, wenn er korrekt programmiert ist – die meisten Rechner tun das nicht, weil der Boost eine Funktion des Wettprogramms ist.
Sportarten, die der Rechner abdeckt – und die er nicht abdeckt
Der Sporttip-Wettschein deckt die Sportarten ab, die auf der Gespa-Liste stehen. Ein internationaler Rechner deckt das gesamte Wettprogramm seines Anbieters ab – einschliesslich Wetten, die in der Schweiz nicht erlaubt sind. Wer mit einem internationalen Rechner eine Esports-Wette durchrechnet, rechnet eine Wette durch, die er in der Schweiz nicht platzieren kann. Das ist kein Fehler des Rechners, aber ein Hinweis, dass das Ergebnis nicht umsetzbar ist.
Häufig gestellte Fragen zum Quotenrechner für Sportwetten
Wie wird der Reingewinn aus dem Gewinn und der Quote berechnet?
Der Reingewinn einer Sportwette mit fester Quote ist Einsatz × (Quote − 1). Der Bruttoertrag ist Einsatz × Quote, also der Reingewinn zuzüglich Einsatz. Bei einer Einzelwette mit Einsatz CHF 50 und Quote 2.10 ist der Reingewinn CHF 55 und der Bruttoertrag CHF 105.
Welche Quotenformate gibt es, und wie hängen sie zusammen?
Die drei üblichen Formate sind die Dezimalquote, die Bruchquote und die US-Quote. Eine Dezimalquote von 5.50 entspricht der Bruchquote 9/2 und der US-Quote +450; eine Dezimalquote von 1.40 entspricht der Bruchquote 2/5 und der US-Quote −250. Die Umrechnung ist reine Mathematik: Aus einer Dezimalquote 5,50 wird durch Abzug von 1 die Bruchquote 4,50, die als 9/2 dargestellt wird, und durch Multiplikation mit 100 die US-Quote +450.
Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette berechnet?
Bei einer Kombiwette werden die Einzelquoten multipliziert; eine Kombi aus drei Voraussagen mit Quoten 2.10, 1.80 und 3.20 hat eine Gesamtquote von 12,096. Der Einsatz gilt für die gesamte Wette; die Wette ist nur gewonnen, wenn jede Voraussage richtig getippt wurde. Die Trefferchance sinkt mit jeder weiteren Voraussage: drei faire Voraussagen zu 50 % ergeben zusammen 12,5 %, fünf Voraussagen noch 3,125 %.
Was ist eine Systemwette, und wie viele Einzelwetten stecken in einer Trixie?
Eine Systemwette fasst mehrere ähnliche Kombinationswetten zusammen und wird als «X aus Y» angegeben; jede daraus entstehende Kombination heisst Wettreihe. Eine Trixie ist ein Vier-Wettreihen-System auf drei Voraussagen: drei Wettreihen mit je zwei Voraussagen (die «2 aus 3») plus drei Einzelwetten auf jede Voraussage. Bei drei Voraussagen gibt es also drei Kombiwetten à zwei plus drei Einzelwetten, zusammen sechs Wetten.
Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Online-Mindesteinsatz CHF 2 (in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2), der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500 und ein Multiples-Schein darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Bei Sporttip ist die Verlustlimite auf CHF 9’999 pro Periode beschränkt (für unter 21-Jährige CHF 1’000).
Zeigt ein Quotenrechner die Marge des Anbieters, und was bedeutet diese für den Erwartungswert?
Ein vollständiger Rechner zeigt die Auszahlungsquote und die Marge pro Markt; die Auszahlungsquote ist 1 / Summe (1 / Quoteᵢ) und die Marge ist 100 % minus die Auszahlungsquote. Bei Quoten 1.90 / 1.90 ist die Auszahlungsquote 95,0 % und die Marge 5,0 %. Für den Erwartungswert bedeutet das: Von jedem CHF 100 Einsatz auf diesen Markt werden durchschnittlich CHF 5 in der Marge verschwinden und CHF 95 an die Wettenden ausgeschüttet – langfristig, über viele Wetten hinweg.
Erstellt von der Redaktion von „Wettrechtschweiz”.
